Heizen mit Holz: eine sparsame und umweltfreundliche Lösung

Das Heizen mit fossilen Brennstoffen wird heutzutage immer unbeliebter. Grund dafür ist, dass die CO2-Emissionen, die bei dieser Art des Heizens freigesetzt werden, sehr umweltschädlich sind. In Deutschland werden beispielsweise Ölheizungen bis 2026 nach und nach aus den Haushalten verbannt. Warm, authentisch und energiesparend: Das Heizen mit Holz wird daher immer attraktiver. Aber auch wegen ihres ökologischen Aspekts wird es sehr geschätzt, denn im Gegensatz zu Öl- oder Elektroheizungen ist es eine erneuerbare und kohlenstoffneutrale Energie. Außerdem ist es bei optimaler Verbrennung sehr sparsam. Es gibt jedoch eine große Auswahl an verschiedenen Arten von Holzheizungen und es ist nicht immer einfach, diejenige zu wählen, die Ihren Bedürfnissen am besten entspricht.

Holz: eine erneuerbare und wirtschaftliche Ressource

Das Heizen mit Holz stellt eine interessante, schadstoffarme Alternative dar. In Wirklichkeit ist die Kohlendioxidbilanz von Holz sogar negativ. Der Preis für Holz ist immer noch niedriger als der Preis für Heizöl, Strom oder sogar Gas, deren Preise selbst täglich stark schwanken. Neben seinen wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen ist Holz ein Brennstoff, der eine milde und angenehme Wärme verbreitet.

Welches Holzheizsystem sollte man wählen?

Zur Nutzung als Hauptheizung

  • Der Kachelofen: Der Kachelofen hat einen sehr guten Wirkungsgrad von ca. 90% und wird mit Scheitholz betrieben. Außerdem ist er besonders sparsam und unabhängig, da er eine Wohnung zwischen 8 und 24 Stunden (pro Feuerstelle) beheizen kann. Einer der Vorteile eines Kachelofens ist, dass er maßgerecht an die Privatwohnung der Person, die ihn erwerben möchte, angepasst werden kann. Dennoch ist es wichtig zu bedenken, dass ein Kachelofen recht imposant und schwer ist und daher in dem Raum, in dem er aufgestellt werden soll, viel Platz benötigt. Die Preise für Kachelöfen variieren zwischen 5.000€ und 16.000€.

Zur Nutzung als Zentralheizung, die für die Warmwasserbereitung zuständig ist

  • Der Holzkessel: Der mit Hackschnitzeln oder Pellets befeuerte Holzheizkessel ist eine perfekte Alternative zu Ölheizungen, die allmählich verschwinden. Sie haben einen sehr guten Wirkungsgrad und emittieren wenig Asche und Schadstoffe in die Luft (auch Feinstaub). Holzheizkessel sind völlig unabhängig und heizen die Wohnung während der gesamten Heizsaison. Einer der sehr großen Vorteile von Holzheizkesseln: Sie können über eine elektronische Regelung automatisch optimiert werden. Dieses Holzheizsystem erfordert jedoch eine sehr regelmäßige Wartung und hat einen hohen Investitionspreis. Schließlich muss ein ausreichend großer Heizraum vorhanden sein, damit Sie Ihren Holzkessel aufstellen können. Es gibt auch manuelle Holzkessel, die mit Holzscheiten betrieben werden. Die Preise für Holzkessel variieren zwischen 3000€ und 14.000€. Holzkessel können im Gegensatz zu Systemen wie Öfen oder Kaminen auch zur Erwärmung des Wassers in den Sanitäranlagen verwendet werden.

Für eine Zusatzheizung

  • Der Kaminofen mit Holzscheiten: Ein Kaminofen mit Scheitholz ist sehr einfach und schnell zu installieren und benötigt nur wenig Wartung. Außerdem strahlt er eine milde, angenehme Wärme aus. Kleiner Bonus für Deko-Fans: Es gibt sehr schöne, moderne Modelle, die auch noch die Ästhetik Ihrer Wohnung verbessern. Ein Kaminofen mit Holzscheiten ist ideal als Ergänzung zu einer Hauptheizung, reicht aber nicht aus, um eine ganze Wohnung mit großer Fläche allein zu beheizen. Außerdem ist zu beachten, dass es sich um eine Heizmethode handelt, die nicht sehr autonom ist, da häufig Holzscheite nachgelegt werden müssen (mehrmals am Tag). Der Preis für einen Kaminofen mit Holzscheiten liegt zwischen 1.000€ und 5.000€.

  • Der Pelletofen: Der Pelletofen hat einen viel besseren Wirkungsgrad als der Kaminofen mit Holzscheiten. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses System ziemlich unabhängig ist, es muss nur etwa einmal am Tag mit Pellets beladen werden (durchschnittliche Betriebsdauer zwischen 12 und 72 Stunden*). Die Wärme wird mithilfe eines Ventilators leicht verteilt. Die vom Pelletofen abgegebene Wärme ist insbesondere deshalb regelbar, weil sie über einen im Raum befindliches Thermostat geregelt werden kann. Dennoch ist dieses System energieintensiver als andere Arten von Holzheizungen, da es Strom benötigt. Wie der Kaminofen mit Scheitholz kann auch der Pelletofen nur als Zusatzheizung verwendet werden. Achtung: Einige Pelletöfen können Lärm erzeugen, wenn sie einen Ventilator haben. Der Preis für einen Pelletofen liegt zwischen 1.600€ und 6.000€.

  • Der Kamin: Traditionelle Kamine werden oft als offene Feuerquelle dargestellt, es gibt jedoch Möglichkeiten, sie zu geschlossenen Wärmequellen zu machen, insbesondere mithilfe eines Kamineinsatzes. Dieses Gerät wird installiert, indem es in den offenen Kamin eingebaut wird (es gibt verschiedene Größen und Modelle von Kamineinsätzen), und ermöglicht so, den Kamin zu schließen. Der Kamineinsatz ist sehr praktisch, da er den Wirkungsgrad des Kamins, der nur bei etwa 15 Prozent liegt, deutlich verbessern kann. Dieser besitzt auch mehrere Sicherheitsvorteile durch das Glas, das er enthält: Es verhindert die Gefahr von Bränden oder sogar Kohlenmonoxidvergiftungen. Der Kamineinsatz ermöglicht es seinen Nutzern also, den Kamin nicht ständig im Auge behalten zu müssen. Das Holz für die Befeuerung einer solchen Anlage kann in Form von Scheitholz oder Pellets gewählt werden. Der Preis für einen Kamineinsatz liegt zwischen 500€ und 4.500€.

Netatmo Info

Um Brände oder Kohlenmonoxidvergiftungen zu vermeiden, ist es wichtig, dass Sie in Ihrer Wohnung einen Smarter Rauchmelder und einen Smarter Kohlenmonoxidmelder installieren. Der Alarmton eines Kohlenmonoxidmelders unterscheidet sich von dem eines Rauchmelders, sodass man sie voneinander unterscheiden kann.

Installation einer Holzheizung: Welche Förderungen und Prämien es gibt

Der Preis eines Holzheizgeräts ist zwar auf lange Sicht sehr attraktiv, kann aber eine hohe Anfangsinvestition (zwischen Kauf und Installation) haben. Zum Beispiel kann der Preis für die Installation eines Ofens oder eines Kamineinsatzes bis zu 1.500€ betragen. Für einen Heizkessel liegen die Kosten zwischen 2.000€ und 3.000€. Dennoch ist Holz ein umweltfreundlicheres Heizsystem, und die Bundesregierung möchte im Rahmen der Energiewende jeden Haushalt, der einen solchen Kauf tätigt, finanziell fördern. In Deutschland gibt es finanzielle Hilfen, um Haushalte bei ihren Vorhaben zur energetischen Sanierung zu unterstützen und somit die Kosten für ein Holzheizgerät zu senken. Diese Hilfen sind besonders interessant, wenn Sie eine mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizung besitzen, die Sie auf eine umweltfreundlichere Energie umstellen möchten, oder wenn Ihre Anlage in die Jahre gekommen und daher weniger leistungsfähig ist.

  • BAFA-Förderung: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt Zuschüsse für die Sanierung von Bestandsbauten (Einzelmaßnahmen). Die Förderung hängt von den verschiedenen verwendeten Materialien (Pelletheizung, Hackschnitzelheizung, Holzvergaser) ab. Gefördert werden mindestens 35 Prozent mit Maximalkosten für die Investition von 60.000 Euro. Der maximale Förderungssatz beträgt 55 Prozent, das heißt bis zu 33.000 können bei einer Förderung in Anspruch genommen werden.

  • Förderung durch ein KfW-Programm: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau vergibt seit 2021 auch Kredite mit bis zu 60.000 Euro für die Förderung einer Holzheizung. Der Tilgungszuschuss beträgt 35 Prozent, das heißt 33.000 Euro als Basisförderung. Für die Kredite gibt es verschiedenen Programme, die sich an unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen richten. Der Kredit KfW 262 ist für die Sanierung von Einzelmaßnahmen vorgesehen, während der Kredit KfW 261 für die Sanierung oder den Neubau eines Effizienzhauses genutzt werden kann. Des Weiteren gibt es noch den Zuschuss KfW 461, der wie der Kredit KfW 261, für die Sanierung oder den Neubau eines Effizienzhauses vorgesehen ist.

Welche Holzart sollte man wählen?

Das Heizen mit Holz ist zwar eine interessante Alternative, aber es ist wichtig, das als Brennstoff verwendete Holz richtig auszuwählen. Obwohl es keine Holzart gibt, die nicht verwendet werden darf, haben nicht alle Holzarten die gleiche Qualität und den gleichen Heizwert. Zögern Sie beim Kauf nicht, sich von einem Fachverkäufer beraten zu lassen.
Nadelhölzer, weiche Laubhölzer und harte Laubhölzer geben bei der Verbrennung eine angenehme Wärme ab. Dennoch hängt alles von Ihrem Gerätetyp und Ihrem persönlichen Wohlbefinden ab.

Vorsichtsmaßnahmen beim Heizen mit Holz

Die Nutzung einer umweltfreundlicheren Energieform motiviert zwar viele Privatpersonen dazu, auf das Heizen mit Holz umzusteigen. Dennoch ist diese Art des Heizens nicht frei von Risiken. Es ist daher wichtig, sich vor oder beim Kauf einer Holzheizung über die richtigen Vorgehensweisen zu informieren.
Damit Holz nicht die Umwelt belastet oder Ihre Gesundheit gefährdet, sollte es mit Bedacht ausgewählt werden. Hier sind unsere Tipps, wie Sie ohne Probleme mit Holz heizen können:

  • Auf Feuchtigkeit achten: Abgesehen davon, dass es viel weniger Energie produziert als trockenes Holz, stellt feuchtes Holz durch die Freisetzung von Feinstaub ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Feuchtes Holz ist ebenfalls gefährlich, da es zu einer schlechten Verbrennung führt, die Brände verursachen kann. Die Verwendung von feuchtem Holz kann auch Ihre Heizung (Ofen, Kessel usw.) beschädigen. Holz sollte in Form von Holzhackschnitzeln einen Anteil von 30 % nicht überschreiten, bei Scheitholz weniger als 20 % und bei Pellets sogar weniger als 10 %. Ein Anzeichen, das auf zu hohe Holzfeuchtigkeit hinweisen kann, ist die zu große Menge an Dampf, die bei der Verbrennung des Holzes entsteht. Achten Sie also auf eine entsprechende Lagerung des Holzes.

  • Farbe, Lack usw.: wenn das Holz bemalt oder lackiert ist, wird es zu einem gefährlichen Brennstoff, da es giftige Emissionen abgibt.

  • Holzheizgeräte richtig pflegen: Bei Kamineinsätzen, geschlossenen Kaminen oder Öfen ist es notwendig, das Glas, den Aschenbecher und das Innere der Haube gründlich zu reinigen. Bei Heizkesseln ist es wichtig, den Brennstoffstand zu überprüfen und den Kessel regelmäßig zu reinigen und zu entleeren.

  • Die Leistung überprüfen und die Alterung des Geräts überwachen: Um die Feinstaubemissionen in Ihrem Haus zu begrenzen und eine gute Leistung des Geräts zu gewährleisten, ist es von entscheidender Bedeutung, auf Label zu achten. Das Effizenzlabel für Altgeräte, mit dem die Leistung eines älteren Geräts zertifiziert wird, gibt an, ob der Wirkungsgrad Ihres Geräts noch angemessen ist, oder ob Sie sich ein neues Gerät zulegen sollten. Übrigens: Für den Austausch eines kohlenstoffemittierenden Geräts gegen ein CO2-neutrales Gerät können Privatpersonen in Deutschland verschiedene Förderungsgelder bekommen. Kamineinsätze oder Öfen, die vor 2002 gebaut wurden, besitzen einen schlechteren Wirkungsgrad, daher sollten Sie darüber nachdenken, sie zu ersetzen.

Welche anderen Alternativen gibt es?

Auch wenn das Heizen mit Holz eine Alternative ist, die im Trend liegt, versuchen einige Haushalte, entweder weil sie in der Stadt wohnen oder aufgrund persönlicher Vorlieben, auf eine andere Art von erneuerbarer Energie umzusteigen. Denn neben Holz gibt es weitere Lösungen.

  • Solarheizung: Diese ist eine unbegrenzte und kostenlose Energie- und Wärmequelle. Es ist möglich, Sonnenenergie mithilfe einer Photovoltaikanlage einzufangen. Sie ist eine sehr umweltfreundliche Alternative, die jedoch mit hohen Installationskosten verbunden ist.

  • Wärmepumpe: Diese Lösung hat mehrere Vorteile. Die Wärmepumpe ist einfach zu bedienen und zu installieren und hat außerdem den Vorteil, dass sie nicht viel Energie verbraucht. Für die Installation der Wärmepumpe können auch staatliche Fördermittel in Anspruch genommen werden. Da jedoch der Teil der Anlage, der außerhalb des Gebäudes aufgestellt werden muss, recht groß ist, eignet sich die Wärmepumpe eher für Häuser mit Garten. Der Preis kann je nach Art der Wärmepumpe (Luft-Luft, Erdwärme, Luft-Wasser usw.) zwischen 5.000 € und 20.000 € variieren.

Einen Schritt weiter gehen bei der Optimierung der Holzheizung
Mit vernetzten Thermostaten können Sie einen Heizplan erstellen und so Ihr Haus zur richtigen Zeit und mit der richtigen Temperatur heizen.
Laut der französischen ADEME* ist die Verwendung von intelligenten und/oder vernetzten Thermostaten die Kosten für die Heizrechnungen der Haushalte senken.
Laut der Agentur stellen diese Thermostate eine „kleine, aber sehr lohnende Investition“ dar, da die Einsparungen im ersten Jahr wahrscheinlich den Kaufpreis decken werden. Mit dem Intelligenten Thermostat ON/OFF können Sie die Raumtemperatur in Ihrer Wohnung programmieren und aus der Ferne steuern. Es nutzt die thermischen Eigenschaften Ihrer Wohnung, um Ihren Holzofen oder -kessel feinfühliger zu steuern.

*Quellen ADEME:
https://librairie.ademe.fr/cadic/1867/guide-pratique-poele-bois-chaudiere-insert.pdf?modal=false
https://librairie.ademe.fr/cadic/1870/guide-pratique-chauffage-au-bois-mode-emploi.pdf?modal=false