Welche Arten von Feuerlöscher gibt es?

Auch wenn es in Deutschland aktuell noch keine Pflicht gibt, den privaten Haushalt mit einem Feuerlöscher auszustatten, ist dies dennoch mehr als sinnvoll. Denn wenn der Rauchmelder die Bewohner auf einen bestehenden Brand hinweist, ist oftmals nur der Feuerlöscher eine schnelle Hilfe. In diesem Artikel wollen wir Ihnen alle notwendigen Infos an die Hand geben, um sich für den richtigen Feuerlöscher für Zuhause zu entscheiden.

  1. Wie funktioniert ein Feuerlöscher?

Die meisten Menschen konnten noch kaum Erfahrung mit Feuerlöschern sammeln, weswegen wir die Basics für Sie kurz und bündig zusammenfassen.

Ein Feuerlöscher ist eine Brandschutzvorrichtung, die zum Ersticken von Flammen und zum Löschen von offenen Bränden verwendet wird. Der Feuerlöscher gilt als das effektivste Gerät, um Flammen schnell zu bekämpfen. Außerdem bietet es Sicherheit und Zuverlässigkeit für Menschen mit wenig beziehungsweise keiner Erfahrung in Gefahrensituationen. Denn anstatt unüberlegt das Fenster zu öffnen oder Wasser zum Löschen zu benutzen, können Menschen in diesen Situationen auf den Feuerlöscher zurückgreifen.

Alle Arten von Feuerlöschern funktionieren auf die gleiche Weise: Sie ähneln Gasflaschen und verfügen über einen Hebel, mit dessen Hilfe der Löschvorgang in Gang gesetzt werden kann. Die Drüsen des Feuerlöschers ermöglichen es, dass die Löschflüssigkeit mit größtmöglicher Präzision, Druck und Kraft aus dem Inneren des Feuerlöschers direkt auf den Brandherd gesprüht werden kann.

Jeder Feuerlöscher besitzt eine Sicherheitsvorkehrung, die verhindert, dass das Löschmittel aus Versehen entweicht. Das Löschmittel gleicht in privaten Haushalten häufig einem Schaum, der die Brände zuverlässig ersticken und löschen kann. Wie der Löscher entriegelt werden kann, muss auf der kurzen Bedienungsanleitung nachgelesen werden, die sich auf dem Gerät selbst befindet. Nach der Entriegelung kann der Löschschlauch gelöst und der Brand bekämpft werden.

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Auch für Wohnmobile und PKW besteht in Deutschland keine Feuerlöscher Pflicht. Dennoch ist es anzuraten, einen Feuerlöscher im Kofferraum aufzubewahren, da Kabelbrände leider keine Seltenheit sind.

  1. Die verschiedenen Brandklassen

Die Brandklassen wurden festgelegt, um die brennbaren Stoffe zu klassifizieren. Sie sind ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Feuerlöschers. Denn nicht jedes Gerät stellt das passende Löschmittel für jeden Brand dar. Wählt man einen Löscher aus, der nicht geeignet für die jeweilige Brandbekämpfung ist, kann dies verheerende Folgen nach sich ziehen. So kann sich das Feuer schneller und weiter ausbreiten oder es kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Explosion kommen. Sogenannte Piktogramme auf den Feuerlöschern zeigen Ihnen an, für welche Brände Ihr Gerät benutzt werden kann. Diese Einteilung nennt man die Brandklassen:

  • Brandklasse A: Alle festen Stoffe, welche unter Glutbildung verbrennen und normalerweise auch organischer Natur sind, werden in dieser Klasse zusammengefasst. Zur Löschung der Brände fester Stoffe werden vor allem Wasser, Schaum und Pulver verwendet. Diese festen Stoffe sind z.B Holz, Papier, Stroh, Textilien, Kohle und Faserstoffe.

  • Brandklasse B: Zu dieser Klasse zählen flüssig werdende Stoffe. Dies sind zum Beispiel Harz, Benzin, Fette, Farben und Alkohol. Neben ABC-Feuerlöschern kann zur Erstickung des Feuers der Brandklasse B auch eine Löschdecke verwendet werden.

  • Brandklasse C: Dies ist die Brandklasse für Gase. Brände, welche durch Erdgas, Stadtgas, Propan, Wasserstoff, etc. ausgelöst wurden können nur durch ABC-Pulverlöscher beseitigt werden. Wasser, Schaum und Kohlenstoffdioxid verschlimmern die Brände nur, weswegen ABC-Pulver als einziges zuverlässiges Löschmittel angesehen wird.

  • Brandklasse D: Diese Brände können auf das Brennen von Metallen, Aluminium, Magnesium, Lithium, etc. zurückgeführt werden. Sie kommen im Alltag nur äußerst selten vor und müssen mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Zur Erstickung des Feuers werden hauptsächlich Metallbrandpulver und Stoffe wie Sand oder Zementpulver verwendet.

  • Brandklasse F: Diese Brandklasse ist fast ausschließlich in der Küche zu finden. Denn die Brände werden von Speiseölen und Speisefetten ausgelöst. Diese Art von Feuer darf auf keinen Fall mit Wasser oder Feuerlöschern behandelt werden, da die Gefahr einer Explosion entsteht. Sie müssen stets durch Löschdecken oder andere Utensilien erstickt werden.

  1. Arten von Feuerlöschern

Da wir nun geklärt haben, wie die verschiedenen Brände einzuteilen sind, müssen wir darüber sprechen, welche Arten von Feuerlöschern es gibt.

  • Der Schaumlöscher: Dieser Löscher ist geeignet für Brandklassen A und B. Durch sein spezielles Schaummittel wird das Feuer erstickt und die verbrannten Stoffe und Oberflächen gekühlt.

  • Der Pulverlöscher: Wer die Brandklassen A, B und C abdecken möchte, sollte auf den Pulverlöscher zurückgreifen.

  • Der Wasserlöcher: Die Wasserlöcher werden mit normalem Leitungswasser befüllt und sind aus diesem Grund ausschließlich geeignet, um Brände fester Stoffe zu löschen.

  • Der CO2-Löscher: Wie der Name schon verrät, erstickt dieser Löscher den Sauerstoff und ist somit vor allem für die Brandklasse B geeignet.

  • Der Fettbrandlöscher: Um Löschdecken zu benutzen, muss man häufig nahe an den Brand herantreten. Wer sich dies nicht zutraut, kann sich den Fettbrandlöscher zulegen. Dieser ist optimal, um Brände der Brandklasse F zu löschen.

  • Der Metallbrandlöscher: Diese Feuerlöscher werden verwendet, um Metallbrände zu bekämpfen. Sie erreichen eine sehr hohe Temperatur und können deswegen nicht durch den herkömmlichen Schaumlöscher beseitigt werden.

Die große Auswahl an Feuerlöschern kann schnell zu Überforderung führen und die Frage offenlassen, welche Art von Löschern nun am besten für private Haushalte ist. Generell ist wohl der Pulverlöscher der effektivste Feuerlöscher, der zudem auch die meisten Brände bekämpfen kann. Allerdings müssen die Besitzer mit einer hohen Verschmutzung aufgrund des Löschpulvers rechnen. Aus diesem Grund wird Privatpersonen häufig dazu geraten, den Schaumlöscher zu verwenden. Wer sich jedoch komplett absichern möchte, sollte sich zusätzlich einen Metallbrandlöscher anschaffen, um Bränden in der Küche schnellstmöglich Herr zu werden.

Weiterhin ist anzumerken, dass die Feuerlöscher nicht in Schränken oder Vorratskammern aufbewahrt werden sollten. Stattdessen sollte man sich einen Wandhalter für Feuerlöscher besorgen, damit die Lebensretter gut sichtbar und leicht zugänglich sind. Denn im Ernstfall bleibt oft keine Zeit zum Nachdenken, sondern es muss schnellstmöglich gehandelt werden. Um sich optimal zu schützen, sollten Sie Ihren Feuerlöscher zusätzlich mit einem zuverlässigen Rauchmelder kombinieren. Die Smarten Rauchmelder von Netatmo verfügen beispielsweise eine selbstprüfende Funktion der Batterie, eine 10-jährige Batterielaufzeit und lassen sich problemlos mit Ihrem Smartphone verbinden.