Was ist eine Brandmeldeanlage?

Brände treten häufiger auf, als man denkt! Denn nicht nur heiße Sommer können verantwortlich für Feuer und Rauch sein, sondern auch elektrische Geräte, vergessenes Essen im Ofen oder Zigarettenstummel sind oftmals ein Auslöser für Brände. In Deutschland zeigen Statistiken, dass jährlich immer noch rund 190.000 Feuer entstehen, welche Schäden in Milliardenhöhe verursachen. Aus diesem Grund wurden Geräte erfunden, welche uns vor dieser Gefahr schützen und warnen sollen. Im folgenden Artikel wollen wir uns die Brandmeldeanlagen näher anschauen.

  1. Was ist eine Brandmeldeanlage?

Brandmeldeanlagen werden auch kurz als BMA bezeichnet und dienen der Gefahrenmeldung. Die Geräte erkennen ohne menschliche Mithilfe einen sich entwickelnden Brand, weisen gefährdete Personen auf das Feuer hin und können automatisch Hilfe anfordern und Löschkräfte mobilisieren.

Eine Brandmeldeanlage hat sich an den VDS-Richtlinien für Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall zu orientieren. Diese wurden nach der europäischen Norm entworfen und stellen sicher, dass die Anlagen funktionstüchtig und einsatzfähig sind. Wer nähere Informationen zu diesen Richtlinien möchte, sollte sich das Merkblatt der Brandmeldeanlagenseite der Bundesregierung durchlesen. Weiterhin sollten sich vor allem Universitäten, Fabrikhallen, Krankenhäuser und Bahnhöfe absichern, dass ihre Brandmeldeanlagen den Normen DIN VDE entsprechen. Eine Möglichkeit, um dies zu garantieren, ist einen vereidigten Sachverständigen zu kontaktieren, der sich mit elektrischen Anlagen und Technik gut auskennt. Ein bekannter Name im deutschsprachigen Raum ist Gero Gerber aus Hohenfelden.

Durch Brandmeldeanlagen hat die Feuerwehr die Möglichkeit, den Brand noch in der Entstehungsphase zu löschen. Somit können nicht nur hohe Sachschäden verhindert, sondern insbesondere die Gefahr für Menschen ebenfalls deutlich reduziert werden.

Die Brandmeldeanlage informiert im Notfall allerdings nicht nur die zuständige Brandschutzdienststelle und die Feuerwehr, sondern ist auch in der Lage, beispielsweise Brandschutztüren oder Fenster automatisch zu verriegeln, um somit den Zugang für Feuerwehr zu erleichtern und Brandschutz zu betreiben. Die Feuerwehr kann im Brandfall den hinterlegten Schlüssel aus dem Feuerwehrschlüsseldepot (FSD) nutzen, um ins Gebäude einzudringen.

Weiterhin mehr als nützlich und in der Brandmeldeanlage enthalten sind folgende Komponenten:

  • Das Feuerwehrbedienfeld (FBF)

  • Verschiedene Feuerwehrlaufkarten

  • Lageplantableau

  • Feuerwehranzeigetableau (FAT)

  • Bedieneinrichtung

  • Sprechstelle für Durchsagen

Zu den VDE Gefahrenmeldeanlagen für Brandschutz zählen folgende Arten von Brandmeldeanlagen:

  • Automatische Brandmelder: Sie sind für ihre schnelle Reaktion bekannt und erkennen deswegen Brände meistens bereits schon in der frühen Entstehungsphase. Generell gibt es eine Vielzahl an automatischen Brandmeldern, welche das gleiche Ziel haben, dieses jedoch durch verschiedene Vorgehensweisen erreichen. So reagiert der optische Melder beispielsweise auf Trübungen in der Luft, wohingegen der thermische Melder auf Temperaturunterschiede achtet.

  • Nicht-automatische Brandmelder: Der bekannteste ist und bleibt wohl der Handfeuermelder. Wir kennen ihn alle aus der Schule oder haben ihn schon öfters in öffentlichen Gebäuden gesehen. Er ist an der Wand angebracht und durch eine Glasscheibe geschützt, welche im Brandfall eingeschlagen werden muss, damit man den Druckknopf betätigen kann.

  • Rauchwarnmelder: Diese Geräte sind kein Bestandteil einer Brandmeldeanlage, da sie nicht an die Brandmeldezentrale angeschlossen sind, sondern eigenständig funktionieren. Sie verfügen über eine eigene Stromquelle, mit dessen Hilfe sie ihre eigene Sirene betätigen können, wenn sie Rauch erkennen.

Während automatische Brandmelder und nicht-automatische Brandmelder vor allem in öffentlichen Gebäuden, Institutionen, Firmen und Lagerhallen Verwendung finden, kommen Rauchwarnmelder hauptsächlich im privaten Umfeld vor.

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Eine Brandmeldeanlage ist zusammengesetzt aus den Brandmeldern, welche an mehreren Stellen im Gebäude verteilt sind, der Brandmeldezentrale, die auch kurz BMZ genannt wird, den Signalgebern, den Übertragungseinrichtung und den Steuereinrichtungen.

  1. Wie sieht die gesetzliche Vorschrift aus?

Es ist nicht ganz einfach, einen allgemeingültigen Grundsatz zu formulieren, der die Vorschriften für Brandmeldeanlagen zusammenfasst. Denn je nachdem, in welchem Bundesland Sie sich befinden, gelten andere Regelungen und Gesetze. Um sicherzustellen, dass Sie die rechtlichen Normen einhalten, sollten Sie sich bei Ihrer zuständigen Landesbauordnung informieren. Weiterhin müssen vor allem Firmen die Richtlinien der Berufsgenossenschaften, der Versicherungen, der gesetzlichen Unfallkassen und der Musterbauordnungen einhalten.

Gerade Bahnhöfe, Krankenhäuser und Universitäten müssen oft zusätzliche Verordnungen und Richtlinien beachten, welche bei der Installation und auch beim Betrieb von Brandmeldeanlagen zu beachten sind. Denn diese verfügen über komplexe Strukturen, große Räume und verschachtelte Gänge. Das Alarmsystem sollte alle Bereiche abdecken und muss außerdem in der Lage sein, der Feuerwehr einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen, sodass alle Menschen problemlos und sicher evakuiert werden können.

Schließlich muss nicht nur abgeklärt werden, ob eine Brandmeldeanlage installiert werden muss – denn dies steht außer Frage – sondern es sollte in erster Linie festgestellt werden, wie viele Brandmelder montiert und an welchen Orten diese befestigt werden müssen. Sollten die Richtlinien nicht verständlich sein oder Unsicherheiten bestehen, ist es stets anzuraten, sich mehrfach abzusichern. Kontaktieren Sie also die zuständige Baubehörde, um sich mit dieser über die zu verrichtenden Maßnahmen abzustimmen.

  1. Wer benötigt eine Brandmeldeanlage?

Die Relevanz einer Brandmeldeanlage für unsere Gesellschaft steht außer Frage, da die Sicherheit von Personen stets oberste Priorität hat. Sie dienen der frühzeitigen Branderkennung und stellen sicher, dass Sachschäden so gering wie möglich gehalten und Menschen im besten Fall überhaupt nicht verletzt werden. Auch wenn in Deutschland kein Gesetz existiert, welche die Installation und Wartung der Brandmeldeanlagen vorschreibt und bestimmt, haben jedoch die einzelnen Bundesländer in ihren Landesbauordnungen bestimmte Vorschriften niedergeschrieben.

Es sind vor allem Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, wie Krankenhäuser, Universitäten, Ämter und Schulen, welche sich mit Brandmeldeanlagen ausstatten, um die Sicherheit der Menschen zu garantieren. In privaten Haushalten finden solche Anlagen eher selten Verwendung.

Wer sein Zuhause dennoch schützen möchte, sollte sich unbedingt mehrere Rauchmelder zulegen. Die kleinen elektrischen Geräte können als wahre Lebensretter bezeichnet werden, da sie zuverlässig Feuer und Rauch aufspüren. Laut Gesetz ist jeder deutsche Bürger tatsächlich auch dazu verpflichtet, Rauchwarnmelder zumindest in jeweils den Schlafzimmern, Kinderzimmern, Fluren und Aufenthaltsräumen zu installieren.

Weiterhin sollten Privatpersonen auch über mindestens einen funktionsfähigen Feuerlöscher verfügen. Diese können im Ernstfall schnell Abhilfe schaffen und die Brandherde schnell und sicher löschen. Allerdings kann nicht jeder Feuerlöscher für jeden Brand eingesetzt werden. Denn Brände, welche durch brennendes Öl entstehen, sollten beispielsweise besser durch eine Löschdecke erstickt oder mit einem speziellen Fettbrandlöscher bekämpft werden.

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Krankenhäuser stellen eine spezielle Herausforderung dar, da es auch im Brandfall möglich sein muss, lebenserhaltende Maßnahmen aufrechtzuerhalten. Die Betreiber müssen durch ausgiebige Maßnahmen sicherstellen, dass eine Evakuierung im Ernstfall reibungslos und ohne Verluste ablaufen kann.