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Interoperabilität

In der Hausautomatisierung spricht man oft von der Interoperabilität der Systeme. Die Kompatibilität der Systeme und Geräte ist in der Tat eine zentrale Bedingung, damit das Potenzial des Smart Homes vollkommen ausgeschöpft werden kann. Was ist aber genau mit Interoperabilität gemeint und inwiefern konditioniert sie die Interaktionen im Bereich der Hausautomatisierung?

Was ist Interoperabilität?

Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit von Systemen, miteinander zu kommunizieren, d. h. Informationen auszutauschen.
  • Interoperabilität der Informatiksysteme
In der Informatik versteht man unter Interoperabilität das Maß, nach dem ein System oder Produkt mit anderen Systemen oder Produkten kommunizieren kann. Dies kann durch die Verwendung gemeinsamer Standards oder durch einen sogenannten Broker, einen „übersetzenden“ Vermittler, der es ermöglicht, von einer Schnittstelle zu einer anderen zu gehen, erreicht werden.
  • Verschiedene Bereiche der Interoperabilität
  • Technische Interoperabilität: Hierbei spricht man von technischen Fragen, die an verschiedene Protokolle, Formate und Schnittstellen gebunden sind und die dieselben Schnittstellenstandards nutzen müssen, um Interoperabilität zu gewährleisten.
    - Semantische Interoperabilität: Um diese zu erhalten, muss jedes System die ausgetauschten Informationen auf die gleiche Art und Weise interpretieren. Ist dies nicht der Fall, spricht man von einem semantischen Konflikt, d. h. einem Unverständnis zwischen zwei Systemen.
    - Syntaktische Interoperabilität: Hierbei geht es um die Art, nach welcher die Daten kodiert und formatiert werden. Für eine effektive Kommunikation sollten die beiden Systeme idealerweise die gleiche Syntax besitzen.
    - Organisatorische Interoperabilität: In diesem Fall ist das Hindernis nicht der Austausch oder das Verständnis von Informationen, sondern die Unterschiede hinsichtlich der Abwicklung der Interaktionen: Bedingungen für den Zugang zu den Informationen, Datenschutzpolitik … Eine Interoperabilität kann nur stattfinden, wenn zwischen den beiden Parteien eine Übereinkunft getroffen wird.
  • Ein konkretes Beispiel für Interoperabilität
Die Interoperabilität der Informatiksysteme ist in unzähligen Bereichen von zentraler Bedeutung. Die Datenverarbeitung und der Datenaustausch sind die wichtigsten Schlüssel in unterschiedlichen Branchen wie der Industrie, der Verwaltung, der Kommunikation und dem E-Commerce … Auch der Gesundheitsbereich kann sich dieser Problematik nicht entziehen. Im Zuge der Digitalisierung der Gesundheitsdaten nimmt die Menge der elektronischen Daten unaufhörlich zu. Der Austausch und die Verarbeitung dieser gesundheitsspezifischen Informationen sind unentbehrlich, um die Funktion des Pflegesystems sicherzustellen: Koordination des Pflegeparcours des Patienten, Forschungsarbeit, Epidemiologie und öffentliches Gesundheitswesen… Entdecken Sie all unsere Produkte

Interoperabilität – Probleme und Herausforderungen

  • Weshalb wird die Interoperabilität ausgebremst?
Es ist kein Zufall, dass Systeme große Kommunikationsschwierigkeiten haben. Die im Zuge der Informatisierung auf dem Spiel stehenden wirtschaftlichen Themen haben die Systementwickler dazu veranlasst, eine Interoperabilität unmöglich zu machen. Deshalb besitzt jede Software, jede App und jedes System seine eigene Sprache, deren Semantik und Syntax lediglich ihre Entwickler kennen. Die verschiedenen Unternehmen verfolgen damit das Ziel, ihre Marktanteile zu verteidigen, ihre Innovationen und Patente zu schützen und ihren in technischer Hinsicht weniger fortschrittlichen Wettbewerbern ein Stück voraus zu bleiben.

Die einzige Ausnahme bilden die Entwickler von Open-Source-Softwareprogrammen. Diese fördern die Interoperabilität sogar, indem sie Systeme verbreiten und das Entwicklungsmodell sowie die Programmiersprache mit anderen teilen, damit diese sie nutzen und verbessern können.

Um diese Einschränkungen zu beseitigen, müssten sämtliche Akteure der Computerbranche zu einer Vereinbarung gelangen und somit ein gemeinsames Interesse an der Interoperabilität finden. Die Kompatibilität zwischen Systemen, Formaten, Softwareprogrammen und Netzwerken muss zwangsläufig über die Einführung von Normen und Standardprotokollen erfolgen. Die Interoperabilität ist jedoch auch eine komplexe technische Herausforderung und damit alle Produkte und Systeme interoperabel werden, ist ein starker Wille sämtlicher Marktakteure notwendig: Unternehmen, Verbraucher, Normungsgremien, nationale, europäische und internationale Entscheidungsträger…
  • Weshalb sollte Interoperabilität gefördert werden?
Interoperabilität bietet nicht nur den Nutzern von Softwareprogrammen und Produkten Vorteile, sondern auch den Unternehmen, die diese entwickeln. Eine gemeinsame interoperable Sprache würde Innovationen den Weg ebnen, da die besten Lösungen für die Entwicklung zugänglich wären. Vereinte Kräfte bezüglich der Entwicklung und der technischen Fortschritte würden es ermöglichen, die Arbeit jedes Einzelnen gemeinsam nutzen zu können. Außerdem würde die Einführung einheitlicher Interoperabilitätsstandards die Integration neuer Systeme erleichtern.

Ein Ende der Zugangs- und Implementierungsbeschränkungen könnte die Entstehung einer gemeinsamen Norm zur Folge haben. Würde diese von jedermann bestätigt und geteilt, könnte sie die Kompatibilität von Formaten und Systemen sowie die Kommunikation zwischen sämtlichen technischen Produkten sicherstellen.

Für den Verbraucher wäre eine solche genormte Interoperabilität ein Garant für eine freie Wahl und Probleme hinsichtlich Inkompatibilität, die ihn zwingen, sich komplett bei einem und demselben Unternehmen auszustatten, würden somit der Vergangenheit angehören. Der Markt würde im Zuge des Wettbewerbs und der Konkurrenz einen Innovationsboom erleben und das Angebot würde keineswegs gemindert werden, sondern um ein Vielfaches wachsen.

Interoperabilität und Internet der Dinge

Das Smart Home ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die Vorteile von Interoperabilität. Das volle Potenzial der Hausautomatisierung entfaltet sich erst, wenn Systeme und Geräte des Internets der Dinge durch offene Protokolle miteinander kommunizieren und interagieren können.

Aus diesem Grund setzen manche Anbieter von smarten Produkten auch auf Interoperabilität. Es bleibt zu hoffen, dass im Zuge der steigenden Anzahl von Anbietern auf dem Markt der Hausautomatisierung der Trend zur Verwendung kompatibler Protokolle und Programmiersprachen zunimmt. Denn damit eine Smart-Home-Installation auch wirklich profitabel ist, müssen möglichst viele smarte Produkte und Dienstleistungen daran gekoppelt sein. Wenn keine Interoperabilität gegeben ist, kann sich der Nutzer lediglich aus dem Katalog seines herkömmlichen Anbieters bedienen, was seine Wahl angesichts des breit gefächerten Marktes für vernetzte Lösungen eingrenzt.

Heute muss man zwar noch die Kompatibilität der Geräte, die man an sein Smart-Home-System anschließen will, berücksichtigen, man kann jedoch davon ausgehen, dass viele Hersteller – wie beispielsweise Legrand, der kürzlich sein Interoperabilitätsprogramm für insbesondere Google, Apple und Netatmo eingeführt hat – schon in naher Zukunft die Bedeutung von Interoperabilität im Kontext des Smart Homes verstehen werden und immer mehr von ihnen ihre Protokolle öffnen werden, um eine bessere Interaktion zwischen den Produkten und sonstigem Hausautomatisierungszubehör zu gewährleisten.

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